Kristian Jarmuschek

Foto: Clara Wenzel-Theiler
Kristian Jarmuschek

Diese Woche antwortet Kristian Jarmuschek, Galerist und Leiter der Positions Berlin Art Fair, auf die Fragen unseres Questionnaires

Woran arbeiten Sie gerade?
Derzeit arbeiten mein Team und ich unter Hochdruck an den Vorbereitungen der siebten Ausgabe der Positions Berlin Art Fair, die in diesem Jahr zusammen mit den Spezialformaten paper positions, photo basel und der Fashion Positions stattfinden wird. Wir haben trotz der besonderen Zeiten fantastische Künstler*innen und Galerien dabei und feilen nun noch unter anderem am Rahmenprogramm, das trotz Corona möglichst spannend ausfallen soll.

Welchen Teil Ihrer Arbeit mögen Sie am liebsten, welchen am wenigsten?
Ich liebe den Kontakt zu Menschen und natürlich die Möglichkeit, Kunst hautnah zu erleben und entstehen zu sehen. Meine Arbeit ist so vielfältig, dass es eigentlich nichts gibt, was ich nicht gerne tue. Was mir aber oft schwerfällt und was ich am wenigsten mag, ist gute Ideen nicht umsetzen zu können.

Wer oder was hat Sie in Ihrer Arbeit beeinflusst?
Zu Beginn meiner Tätigkeit als Galerist haben mich meine Künstler*innen und Sammler*innen stark beeinflusst. Heute ist es vor allem mein Team, mit dem ich mich austausche, gute Ideen und Projekte entwickle. Die glückliche Fügung des Mauerfalls hat mir ermöglicht, zum richtigen Zeitpunkt die Welt zu entdecken und mein Leben frei gestalten zu können. Den größten Einfluss auf meine Arbeit hat im Grunde meine Neugier und die Grundhaltung: Wenn man es denken kann, kann man es auch möglich machen.

Zu welchem Kunstwerk kehren Sie immer wieder zurück?
Ich habe das große Glück, viele Kunstwerke bei mir zu Hause zu haben. Es ist kein spezielles Kunstwerk, das mich anzieht oder nicht loslässt. Jede Zeit hat ihr eigenes Werk, und ich erinnere mich mit der Kunst an viele schöne Momente in meinem Leben.
Wenn ich nur eines nennen dürfte, wäre es ›Las Meninas‹ (1656) von Diego Velázquez. Das habe ich leider nicht jeden Tag vor mir …

Was würden Sie machen, wenn Sie nicht mit Kunst handeln würden?
Das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Als Kind wollte ich Zirkusdirektor werden. 

Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus?
Ich lege Wert auf einen aufgeräumten Arbeitsplatz. Wir versuchen verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umzugehen und deshalb arbeiten wir überwiegend papierlos. Dementsprechend steht auf meinem Schreibtisch ein Computer und daneben liegt ein Notizbuch—mehr brauche ich nicht um gut arbeiten zu können, egal wo.

Wo halten Sie sich am liebsten auf?
In diesem Jahr auf unserer neuen Dachterrasse, unserem »Roof Top GRDN« über dem Ausstellungsraum der Galerie. Ich liebe Pflanzen und wir haben dort eine grüne Oase mitten in der Stadt angelegt. Ich freue mich sehr über das Blütenmeer, frische Kräuter und Beeren. Darüber hinaus liebe ich Museen und gehe gerne in Ausstellungen. Das habe ich übrigens als Kind schone gerne getan und weiß bis heute nicht, warum es mich immer in solche Räume zieht.

Welchen Raum würden Sie gerne mal betreten?
Den Zurgleichenzeitüberallsein-Raum. Gerade während der Berlin Art Week würde ich sehr gerne alle Beiträge besuchen und auf allen Veranstaltungen mit dabei sein.

Was machen Sie am liebsten, wenn Sie allein sind?
Verraten Sie mich nicht: Ich löse Kreuzworträtsel.

Welches Ding bereichert Ihren Alltag?
Natürlich ist mein Mobiltelefon Fluch und Segen—alles in allem aber wohl doch eher eine Bereicherung.

Was lesen Sie gerade?
›4 3 2 1‹ von Paul Auster. In dem Buch kommt der jugendliche Held Archibald gleich viermal vor—in vier raffiniert verwobenen Variationen seines Lebens, ganz nach dem Motto: Was wäre geschehen, wenn …? Oft denke ich, was würde passieren, wenn man manche Dinge, Momente, Verhaltensweisen ein wenig verändern würde …

Ihre letzte Reise vor dem Lockdown? Ihre erste danach?
Die letzte große Reise war über den Jahreswechsel nach Mexiko und vor kurzem bin ich nach Venedig gereist.

Positions Berlin Art Fair
10—13 SEP 2020
paper positions.berlin
10—13 SEP 2020
Mit Professional Preview, Academy Positions, Selected Positions, Open Air Positions, photo Basel, Preisverleihung, Sonderausstellungen und mehr

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